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Vorratsgesellschaft: Eine Firma, die (noch) keine ist

Vorratsgesellschaft: Eine Firma, die (noch) keine ist

Nicht nur Hausfrauen wissen, wozu Vorratsdosen gedacht sind und auch was Vorratsdatenspeicherung bedeutet, wissen die meisten Menschen nach Berichten in der Zeitung und im Fernsehen. Aber was ist eine Vorratsgesellschaft? Streng genommen das Gleiche wie eine Vorratsdose, mit dem Unterschied, dass in Vorratsgesellschaften keine Lebensmittel lagern, sondern Firmen und Unternehmen.

Ein Unternehmen auf Vorrat kaufen

Eine Vorratsgesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft, in der aber niemand beschäftigt ist. Es ist im Grunde keine „richtige“ Firma, sondern lediglich eine leere Hülle, die erst zu einem späteren Zeitpunkt gefüllt wird. Keiner arbeitet für diese Kapitalgesellschaft, keiner geht dort irgendeiner Tätigkeit nach. Aber das kann sich schnell ändern, denn man kann eine solche Vorratsgesellschaft kaufen und dann nach Belieben eine GmbH, eine KG oder auch eine GmbH & Co. daraus machen. Aber was ist der Vorteil einer Vorratsgesellschaft? Warum wird eine leere Hülle gekauft, um sie dann mit geschäftlichem Leben zu füllen?

Man könnte doch auch einfach hergehen und eine Firma oder ein Unternehmen gründen. Dieser Prozess ist jedoch mühsam und er kostet Zeit und Geld. Mit dem Kauf einer Vorratsgesellschaft spart der Käufer beides, denn seine gekaufte Firma existiert ja schon, sie ist im Handelsregister eingetragen und wartet nur darauf, mit Leben gefüllt zu werden. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil, den diese gekaufte Vorratsfirma hat und das sind eventuell alte Forderungen aus einer früheren Kapitalgesellschaft. Die spielen durch die Neugründung keine Rolle mehr, man fängt praktisch mit einer finanziell blütenweißen Weste wieder ganz von vorne an.

Die Vorratsgesellschaft als Steuersparmodell

Steuern sparen ist immer eine eher unangenehme Angelegenheit, der sich viele Menschen gerne entziehen wollen. Nicht allen gelingt das auch, aber einige schaffen es immer wieder, sich am Fiskus vorbei zu schleichen. Nicht selten spielt die Vorratsgesellschaft dabei eine wichtige Rolle. Man kann nicht nur in Deutschland eine Vorratsgesellschaft kaufen, das funktioniert auch im Ausland, zum Beispiel in England. Diese Limited Gesellschaften sind eine tolle Sache, wenn man die Steuern an den schönsten Ecken der Welt verschwinden lassen möchte.

Im Prinzip funktioniert das ganz einfach. Es wird eine Vorratsgesellschaft gekauft, die wie wir bereits wissen, schon als Firma registriert, aber noch nicht mit Leben gefüllt ist. Diese Vorratsgesellschaft wird aber nicht in Deutschland, sondern im Ausland gekauft, wo die Steuern vielleicht um einiges niedriger als in der Heimat sind. So kann man das erste Mal richtig sparen. Wenn diese Firma, die zwar existiert, aber in der nicht gearbeitet wird, dann vielleicht auch noch auf irgendeine Art und Weise subventioniert wird, dann kann der Firmeninhaber gleich ein zweites Mal kassieren. Zwar wird streng darauf geachtet, was mit einer Vorratsgesellschaft passiert, vor allem dann, wenn sie im Ausland gegründet wird, aber es gibt immer wieder Unternehmen, die Firmen als Hülle kaufen, aber nie auf den Gedanken kommen, hier eine GmbH oder eine andere Unternehmensform ins Leben zu rufen.

Fazit

Einen Vorrat anzulegen, kann nicht verkehrt sein und das gilt auch für die Vorratsgesellschaft. Was letztendlich aus der Firma wird, die man fix und fertig gekauft hat, das muss jeder selbst entscheiden.