close
Manager und Eigentümer – Eine Beziehung mit Konfliktpotenzial

Manager und Eigentümer – Eine Beziehung mit Konfliktpotenzial

Die Frage nach der Beziehung zwischen den Eigentümern und den Managern der Unternehmen stellte sich bestimmt bisher den wenigstens von euch. Warum sollten Manager und Eigentümer unterschiedliche Interessen haben? Sie haben doch ein identisches Ziel, nämlich den Unternehmenserfolg, oder etwa nicht?

Das Gesamtziel dieser beiden Interessengruppen sollte in der Regel schon identisch sein. Doch das Ziel „Unternehmenserfolg“ kann unterschiedlich ausgelegt werden. Dadurch, dass der „Unternehmenserfolg“ nicht klar definiert ist und fast jeder eine andere Meinung dazu besitzt, gibt es oft Konflikte zwischen Managern und Eigentümern.

Eigentümer und Ihre Ziele

Eigentümer lenken das Unternehmen meist (nicht immer) von außen, was bedeutet, dass Sie meist nicht ins Tagesgeschäft eingreifen.

Um Eigentümer einer Firma zu werden muss in der Regel viel Geld in die Hand genommen werden. Die andere Möglichkeit wäre, sich selber ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Da dies allerdings nicht der Regelfall ist, muss davon ausgegangen werden, dass viel Geld investiert wurde, um Eigentümer einer Firma zu werden. Damit sich diese Investition auch lohnt, möchte der Eigentümer eine möglichst hohe Rendite erhalten. Häufig wird die Höhe der Rendite mit der Rendite der Banken verglichen, um zu erkennen, ob es sich für den Investor lohnt, in Aktien des Unternehmens zu investieren.

Bei einer Bank bekommt man vielleicht nur 3% Rendite, allerdings ist diese Rendite sicher und kann fest eingeplant werden. Bei einer Investition in ein Unternehmen muss die Rendite deutlich höher als die Bank-Rendite, also 3%, sein, da sich das Risiko sonst nicht lohnt. Das Risiko entsteht dadurch, dass ein Unternehmenserfolg niemals planbar ist und innerhalb kurzer Zeit Gewinnverluste entstehen können.

Aus dieser ganzen Theorie lässt sich ableiten, dass es das Ziel der Eigentümer ist, das Gewinnmaximum zu erreichen, um eine möglichst hohe Rendite auf die eigene Einlage zu bekommen.

Manager und Ihre Ziele

Manager sind im Unternehmen angestellte Führungspersonen. Sie leiten das Unternehmen von innen, bekommen dabei jedoch Vorgaben von den Eigentümern von außen. Im Vergleich zu den Eigentümern darf angenommen werde, dass sich die Manager deutlich besser mit dem Unternehmen auskennen. Sie erleben tagtäglich, was gerade aktuell im Unternehmen los ist. Die Eigentümer ziehen ihre Informationen dagegen eher aus Zeitungen heraus. Viele Manager halten trotz ihrer hohen Position keine Anteile am Unternehmen. Dies ist ein sehr wichtiger Grund, der zu dem Konflikt mit den Eigentümern beiträgt.

Wenn ein Manager nämlich keine Anteile am Unternehmen hält, ist es für diesen ziemlich egal, wie sich das Unternehmen weiterhin entwickelt. Natürlich streben auch diese Manager ein gesundes Unternehmenswachstum an, allein damit ihre Arbeitsplätze auf lange Sicht gesichert sind, jedoch ist ihnen die Rendite des Unternehmens egal.

Beispiel-Konflikt zwischen Eigentümer und Manager

Die Firma xy hat in diesem Jahr bisher 8,9 Millionen Euro Gewinn erzielt.

Für den Eigentümer ist es am sinnvollsten sich die 8,9 Millionen Euro auszahlen zu lassen. Dann könnte sich dieser Eigentümer viele Luxusgüter kaufen.

Für den Manager hingegen ist es am sinnvollsten, wenn die 8,9 Millionen Euro in nützliche Maschinen investiert werden, damit die langfristige Unternehmenssicherung gewährleistet wird.

Um hier einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, müssten sich der Manager und der Eigentümer treffen und über die Verwendung des Geldes reden. Bei diesem Treffen müssten sich beide Parteien so lange austauschen, bis beide auf einem Stand sind. Zudem müssen beide ein wenig von ihren persönlichen Stellungen abweichen, damit ein Kompromiss möglich wird. So könnte ein Teil des Geldes in neue Maschinen investiert werden und ein Teil des Geldes auf das Konto des Eigentümers wandern.

Wie bringen Eigentümer ihre Manager dazu, nach ihren Vorstellungen zu arbeiten?

Damit die Manager aufgrund ihrer hohen Position nicht komplett die Beine hochlegen und nur noch ihre „Untertanen“ zu quälen, müssen ihnen finanzielle Mehrwerte geboten werden. Damit dieser finanzielle Mehrwert für das Unternehmen nicht zu teuer wird, sollte das Grundgehalt des Managers niedrig angesetzt sein.

Folgendes Modell hat sich dabei bewährt:

  1. Festes Grundgehalt: Dies dient zur Absicherung der Manager
  2. Gewinnanteilsprämie: Die Manager erhalten am Jahresende eine Prämie, die sich prozentual nach dem erwirtschafteten Gewinn richtet

Dem ergänzend gibt es heutzutage auch immer häufiger noch einen dritten „Schritt“, bzw. eine dritter finanzieller Anreiz:

  1. Unternehmensanteile: Bei dieser Variante wird dem Manager die Chance gegeben, nach einem vorher definierten Zeitraum, z.B. 10 Jahren, Unternehmensanteile zu kaufen. Diese kann der Manager dann zu dem Preis kaufen, den die Aktien heutzutage wert sind. Handelt er also innerhalb dieser 10 Jahre gut, steigt der Wert der Aktie. Diese kann er dann günstig einkaufen und macht somit einen deutlichen Gewinn.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass häufig Konflikte zwischen Managern und Eigentümern entstehen. Dies liegt vor allem an den Zielkonflikten und an dem mangelhaften Informationsfluss zwischen den beiden Beteiligten. Die Möglichkeit, dem Konflikt mit finanziellen Anreizen für die Manager entgegenzuwirken, dürfte dabei die sinnvollste sein.

Deshalb sollte es sich Eigentümer überlegen, ob sie nicht im Interesse Aller, auf die Manager zugehen und diese in ihre Entscheidungen einzubeziehen.